Lexikon

A

Aktie

Aktien sind Unternehmensanteile, die ein Unternehmen (Aktiengesellschaft) verkauft. Der Käufer einer Aktie (Aktionär) wird Teilhaber am Vermögen der Aktiengesellschaft. Wenn das Unternehmen Gewinn macht, beteiligt es seine Aktionäre über eine jährliche Dividende daran. Auch der Aktienkurs steigt, die Unternehmensanteile sind dann also mehr wert.

Aktienfonds

Investmentfonds, die vorwiegend oder ausschließlich in Aktien anlegen.

Aktienkurs

Ein an einer Börse festgestellter Preis. Er ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Die Order, also ein Kauf- oder Verkaufswunsch, kommt elektronisch bei einer Börse an; dann werden die Kauf- und Verkaufsaufträge automatisch ausgeführt.

Anleihe (auch Renten)

Anleihen sind Forderungspapiere, durch die ein Unternehmen, ein Staat oder eine Bank einen Kredit am Kapitalmarkt aufnimmt. Sie dienen dem Emittenten zur langfristigen Finanzierung durch fremdes Kapital. Konkret leihen Anleger dem Emittenten dieser Papiere für einen bestimmten Zeitraum Geld und erhalten im Gegenzug dafür Zinsen.

Ausschüttung

Fonds schütten die erwirtschafteten Erträge (Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen) an ihre Anleger aus. Im Gegensatz dazu gibt es Fonds, die die Erträge automatisch wieder im Fondsvermögen anlegen, sogenannte thesaurierende Fonds.

B

Benchmark

Referenz- bzw. Vergleichswert, der zur Beurteilung des Erfolgs einer Anlage herangezogen werden kann. Als Benchmark bei der Beurteilung der Wertentwicklung von Aktien und Rentenanlagen werden zumeist Indizes verwendet.

Börse

Handelsplatz für Waren und Wertpapiere. In Deutschland in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg/Hannover, München und Stuttgart.

Bonität

Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder Anleihe-Emittenten. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Schuldners.

C

Crowdfunding (auch Crowdlending)

Internetnutzer steuern zusammen als „Crowd“ Geldbeträge für Privatpersonen oder kleinere Unternehmen bei. Oft werden auf diese Weise Start-up-Unternehmen oder soziale Anliegen finanziert, die wenige Chancen haben, einen Bankkredit zu bekommen.

D

DAX

Aktienindex, der die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien abbildet.

Deflation

Gegenteil von Inflation: beschreibt den stetigen Rückgang des aktuellen Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Sie liegt dann vor, wenn der gesamtwirtschaftlichen Gütermenge eine zu geringe Geldmenge gegenübersteht, die Gesamtnachfrage also geringer ist als das Gesamtangebot.

Deregulierung

Abbau von staatlichen Regelungen (Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien) mit dem Ziel, mehr Entscheidungs- und Wahlfreiheiten zu eröffnen. Mit der Rücknahme von Vorschriften oder verbindlichen Standards sollen technische, wirtschaftliche und soziale Innovationen angeregt werden.

Devisen

Auf Fremdwährung lautende ausländische Forderungen. Sie können aus Guthaben oder Schecks auf ausländische Währungen bestehen. Im Bankwesen sind es Zahlungsmittel.

Diversifikation

Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageformen bzw. -werte im Bereich der Kapitalanlage. Ziel ist dabei, ein Portfolio mit möglichst geringem Risiko zu erreichen.

Dividende

Jeder Aktionär hat Anspruch auf einen der Höhe seines Aktienbesitzes entsprechenden Teil des ausgeschütteten Jahresgewinns seiner Gesellschaft. Dieser Teil des Gewinns heißt Dividende (lateinisch dividere = aufteilen, verteilen).

E

Emittent

In der Regel Unternehmen oder Institutionen, die Wertpapiere ausgeben.

ETF

Exchange-Traded Funds (ETF) sind Fonds, die allerdings wie Aktien an einer Börse täglich gehandelt werden. Ihre Gebühren sind in der Regel deutlich niedriger als die von aktiven Fonds.

Euroraum (auch: Eurozone)

Gebiet der 19 EU-Länder (Stand 2019), die den Euro als Währung eingeführt haben.

F

Festgeld

Termineinlage bei einem Kreditinstitut mit vereinbarter fester Laufzeit. In der Regel ist auch der vereinbarte Zinssatz während der Laufzeit fest.

Festverzinsliche Wertpapiere

siehe Anleihe

Finanzmarkt

Oberbegriff für alle Märkte, auf denen Handel mit Kapital stattfindet. Er gliedert sich einerseits in nationale und internationale Finanzmärkte und andererseits, abhängig vom Gegenstand der gehandelten Finanzmittel, in Geldmarkt, Kredit- und Kapitalmärkte und Devisenmarkt.

Fonds

siehe Investmentfonds

I

Index

Errechneter Durchschnitt ausgewählter Kurse eines Wertpapiermarktes, siehe auch DAX.

Inflation

Anhaltende Preissteigerung für Waren und Dienstleistungen, die zu einer schwächeren Kaufkraft und einer Steigerung des Preisindex (siehe Index) führt.

Investmentanteil

Ein Investmentanteil ist der kleinste handelbare Teil eines Fondsvermögens. Bei vielen Fondsgesellschaften können auch Bruchteile eines Fondsanteils erworben werden.

Investmentfonds

Bei einem Fonds wird das Geld der Sparer gesammelt und auf verschiedene Wertpapiere und Anlageklassen verteilt. Das Geld wird als Sondervermögen von einer Fondsgesellschaft treuhänderisch verwaltet. Sondervermögen deshalb, weil das Geld getrennt vom Kapital der Fondsgesellschaft bei einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt wird.

Investmentgesellschaft

Fondsgesellschaft (auch: Kapitalverwaltungsgesellschaft, KVG), die für das von ihr verwaltete Sondervermögen (Fonds) Wertpapiere oder Immobilien kauft und Anteilscheine an diesem Fonds ausgibt.

K

Kapitalmarkt

Markt für langfristige Kredite und Beteiligungskapital. Über den Kapitalmarkt erhalten Unternehmen und der Staat Mittel für langfristige Investitionen.

Kapitalsammelstellen

Institute, die Spar- und Anlagegelder aufnehmen und an Kredit- oder Kapitalsuchende weiterleiten oder Kapital sammeln und in Wertpapiere anlegen (z. B. Banken, Bausparkassen, Investmentgesellschaften oder Versicherungen).

L

Leitzins

Er wird von den zuständigen Zentralbanken eines Landes bzw. einer Währungsunion festgelegt und gibt die Konditionen an, zu denen sich die Geschäftsbanken im Land Geld von ihren Noten- und Zentralbanken leihen können.

Liquidität

Eigenschaft eines Zahlungsmittels, rasch in flüssige Mittel, z. B. Bargeld, umgewandelt werden zu können.

M

Mischfonds

Sie legen ihre Mittel in verschiedene Anlageklassen an, sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere.

O

Offene Immobilienfonds

Investmentfonds, die ihre Gelder überwiegend in gewerblich genutzte Immobilien (z. B. Büros, Einkaufszentren, Hotels) anlegen. Sie werden offene Fonds genannt, weil die Zahl der Anleger und der Objekte nicht beschränkt ist – im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds.

P

Portfolio

Gesamtbestand an Wertpapieren, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt.

Publikumsfonds

Investmentfonds, deren Anteile von jedermann erworben werden können, Gegensatz dazu: Spezialfonds. Sie können nur von institutionellen Anlegern gekauft werden.

R

Regulierung

Staatliche Vorgabe von Regelungen (Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien) mit dem Ziel der Korrektur oder der Vermeidung unerwünschter Marktergebnisse.

Rendite

In Prozent ausgedrückter, auf Jahresbasis umgerechneter Ertrag einer Kapitalanlage.

Rentenfonds

Investmentfonds, die verzinsliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten enthalten.

Rentenlücke

Differenz zwischen gewohntem Arbeitseinkommen und Rentenzahlung. Sie ist für jeden Rentenempfänger unterschiedlich hoch. Um die Rentenlücke zu schließen, bleibt die Möglichkeit der privaten und betrieblichen Altersvorsorge.

Rezession (auch: Abschwung)

Fallende Phase in einer wirtschaftlichen Entwicklung, die über mehrere Zyklen andauert. Sie deutet auf den Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Konjunktur) hin, bei der durch sinkende Investitionen und sinkende Nachfrage ein Angebotsüberhang entsteht. Mitunter kann das Jobs kosten und eine höhere Arbeitslosigkeit zur Folge haben.

Riester-Rente

Der Staat fördert den Aufbau der privaten Altersvorsorge in Form von Zulagen und Steuervorteilen; benannt nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester. Voraussetzung ist, dass mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens für die Altersvorsorge angelegt werden. Sparer unter 25 Jahren erhalten einen Start-Bonus. Auch für Kinder gibt es Zulagen.

S

Sondervermögen

Deutsche offene Investmentfonds werden typischerweise als „Sondervermögen“ aufgelegt. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet das Sondervermögen treuhänderisch für die Anleger. Entscheidend ist,
dass das Geld der Anleger getrennt von dem der KVG verwahrt wird. Bei Insolvenz der KVG ist der Anleger also vor dem Verlust des Anlegervermögens geschützt.

T

Thesaurierung

Die Erträge aus Wertpapieren (Dividenden und Zinsen) werden nicht ausgeschüttet, sondern wieder in neue Wertpapiere angelegt.

Volkswirtschaft

Alle wirtschaftlichen Vorgänge innerhalb eines Staates. Dazu gehören private Haushalte, die Nachfrage nach Produkten haben, und Unternehmen, die das Angebot an Produkten liefern. In Deutschland gibt es die sogenannte soziale Marktwirtschaft: Der Staat greift nicht nur als Nachfragender in die Wirtschaft ein, sondern auch mit Gesetzen, um soziale Ungerechtigkeiten zu verringern.

W

Wertpapier

Vermögensrecht, das in Form einer Urkunde verbrieft wird. Zu den Wertpapieren zählen u. a. Aktien, Anleihen und Investmentanteile.

Z

Zinseszins-Effekt

Zusätzliche Wertsteigerung einer Anlage durch Wiederanlage der erwirtschafteten Erträge (Zinsen auf Zinsen).

 

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