Warum gibt es Aktienmärkte?

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Die Aktienmärkte und mit ihnen die gesamte Finanzwelt stehen immer wieder in der öffentlichen Diskussion. Sie gelten als unverzichtbarer Motor für eine funktionierende Marktwirtschaft und als Garant für Wachstum und Wohlstand. Ihre Stellung ist so bedeutend, dass die Politik in Krisenzeiten einspringen muss, um Banken durch milliardenschwere staatliche Hilfen zu retten. Warum sind Banken und Börsen so wichtig für eine Volkswirtschaft wie Deutschland sie hat?

Banken und Börsen als Kapitalsammelstellen
Die Rolle der Banken
Die Rolle der Wertpapierbörsen
Was wäre, wenn es Banken und Börsen nicht gäbe?
Strenge Aufsicht
Infos im Internet


Banken und Börsen als Kapitalsammelstellen
Banken und Börsen haben ähnliche Funktionen: Sie sammeln die Gelder vieler Anleger und leiten diese an Unternehmen, den Staat oder andere Kapitalnachfrager weiter. Man bezeichnet sie als Kapitalsammelstellen, bei denen die unterschiedlichen Interessen von Kapitalanbietern (wie zum Beispiel den Sparern) und -nachfragern (wie zum Beispiel den Unternehmen) ausgeglichen werden können.

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Die Rolle der Banken
Die Banken nehmen ihre Funktion als Mittler (auch: „Intermediär“) in dreifacher Hinsicht wahr:

  • indem kurzfristig überlassene Anlegergelder für längerfristige Kredite verwendet werden (Fristentransformation),

  • durch die Umwandlung der vielen kleinen Beträge der Anleger, besonders der Sparer, in die für Kreditnehmer notwendigen größeren Summen (Losgrößentransformation) und

  • indem die unterschiedlichen Risikobereitschaften von Anlegern und Kreditsuchenden ausgeglichen werden (Risikotransformation). Bei diesem Prozess übernehmen die Banken auch eigene Risiken.

  • Ferner übernehmen die Banken die volkswirtschaftlich wichtige Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und bieten Beratungsleistungen für Unternehmer und Privatpersonen bei allen Geld-, Kredit- und Anlagefragen an.

    In einer globalisierten Welt werden Bankgeschäfte nicht mehr nur national, sondern längst von allen Beteiligten international getätigt. Die daraus entstehenden Verflechtungen rund um den Globus erlauben ein schnelles und flexibles Handeln und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten.

    Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass sich nicht nur die Chancen auf alle verteilen, sondern auch die Risiken. Die Probleme einzelner wirken sich z. B., wie bei einem umfallenden Dominostein, sofort auch auf viele andere aus. Diese Situation trat 2008 ein, als einige US-Banken in ihrem Heimatmarkt in Schwierigkeiten gerieten. Als Folge daraus mussten weltweit die Regierungen und Notenbanken mit Unterstützungsleistungen helfen, um den befürchteten Kollaps des internationalen Finanzsystems zu verhindern.


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    Die Rolle der Wertpapierbörsen
    Wertpapierbörsen eröffnen den Unternehmen den Zugang zum wichtigen Eigenkapital, da es nur über die Börse möglich ist, breite Aktionärskreise zu erschließen und hohe Summen einzusammeln. Anleger finden vielfältige Möglichkeiten der Kapitalanlage. Anders als Banken bieten Börsen aber lediglich eine Plattform für die Abwicklung der Kapitalströme zwischen Kapitalanbietern und -nachfragern, sie beteiligen sich nicht auf eigenes Risiko an den Geschäften, sie vermitteln nur. Alle Chancen und Risiken aus den Börsengeschäften verbleiben daher alleine bei den Wertpapierkäufern und -verkäufern (siehe auch das Arbeitsblatt „Aufgaben der Wertpapierbörse“).

    Auch der Handel an den Wertpapierbörsen erfolgt rund um den Globus und aufgrund der Zeitverschiebung auch rund um die Uhr. Die führenden Börsen der Welt sind in Frankfurt, London, Paris, New York und Tokio. So kaufen beispielsweise deutsche Anleger US-Wertpapiere in New York, Chinesen deutsche Aktien in Frankfurt oder US-Anleger japanische Staatsanleihen in Tokio. Die Abwicklung erfordert oft nur wenige Sekunden.


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    Was wäre, wenn es Banken und Börsen nicht gäbe?
    Banken und Börsen ergänzen sich in ihren Dienstleistungen und Angeboten und erst durch ihr Zusammenspiel bildet sich ein breiter funktionsfähiger Finanzmarkt. Dies wird deutlich, wenn man sich vorstellt, was passieren würde, wenn es Banken und Börsen nicht gäbe.

    Angenommen, es gäbe keine Banken oder andere Kreditinstitute, dann müsste jeder sein Geld zu Hause aufbewahren. Sparen wäre unmöglich und Kredite für Häuser, neue Autos oder für die Entwicklung von neuen Produkten wären nur mühsam zu bekommen. Wachstum und Arbeitsplätze gerieten in Gefahr.

    Angenommen, es gäbe keine Börsen, dann hätten Unternehmen große Schwierigkeiten ihr notwendiges Aktienkapital aufzubringen, da sie nur mit extremem Zeit- und Suchaufwand neue Aktionäre (Miteigentümer) finden könnten. Auch die Ausgabe von Anleihen (Fremdkapital) an eine große Zahl von Anlegern wäre aussichtslos. Anleger hätten ohne die Börse weniger Flexibilität in ihren Anlageentscheidungen, da es viele Produkte (wie Aktien, Anleihen, Fonds) gar nicht gäbe.


    Schon gewusst?
    Bereits in der Antike und im römischen Reich gab es Menschen, die Geld gegen Zinsen verliehen, also erste Bankgeschäfte betrieben. Die ersten Börsen entstanden im 15. Jahrhundert als Folge eines regen Handels mit Rohstoffen, Gewürzen oder Stoffen. Seit vielen Jahrhunderten sind Banken und Börsen damit feste Bestandteile unserer Wirtschaftssysteme.



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    Strenge Aufsicht
    Aufgrund ihrer besonderen Stellung und Bedeutung für die Gesamtwirtschaft unterliegen die Banken und Börsen einer strengen staatlichen Kontrolle und gesetzlichen Regeln. Diese sollen Transparenz, Anlegerschutz und Risikokontrolle gewährleisten und das Vertrauen aller Marktteilnehmer in das komplexe Finanzmarktsystem fördern. Wesentliche rechtliche Grundlagen sind das Gesetz über das Kreditwesen (KWG), das Börsengesetz und das Wertpapierhandelsgesetz (WphG).


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    Infos im Internet

  • www.deutsche-boerse.de

  • www.bundesbank.de

  • www.bundesfinanzministerium.de

  • www.bafin.de



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