Gold
Die glänzende Währung
Seit den ersten Goldfunden wurden die Menschen wie magisch von diesem gelb glänzenden Edelmetall angezogen. Schon sehr früh wurde Gold zur Schmuckverarbeitung und Münzprägung verwendet. Was macht den Reiz des Goldes aus und welche Bedeutung hat es für uns heute?
Gold als Währung
Staatliche Goldreserven zur Absicherung
Weltweite Goldreserven
Wie entsteht der Goldpreis?
Gold an der Börse
Anregungen zum Thema
Gold als Währung
Jede Kultur kannte zu ihrer Zeit den Handel mit Tauschwaren. Gold kann als Tausch- und Zahlungsmittel eine Jahrtausend alte Geschichte vorweisen, die bis zur heutigen Zeit reicht. Gegenüber anderen traditionellen Tauschwaren wie Lebensmitteln, Stoffen und Werkzeugen hat Gold entscheidende Vorteile: Es verrottet nicht, ist für Münzen und Schmuckgegenstände gut formbar, besitzt wegen seiner Seltenheit einen hohen Wert und wirkt aufgrund seiner gelben, glänzenden Farbe attraktiv. Wie früher schon dient Gold auch heute noch als Statussymbol.
Im Wilden Westen führte die Entdeckung mehrerer Goldvorkommen zu regelrechten Bevölkerungswanderungen. Beim Kalifornischen Goldrausch, der durch den Fund eines Goldnuggets im Jahr 1848 ausgelöst wurde, legten abertausende Menschen in ganz Amerika ihre Arbeit nieder und zogen mitsamt ihrer Familien zu den Goldfeldern nahe San Francisco und Sacramento. Sie vertrauten in die Werthaltigkeit des Goldes und hofften, durch eigene Goldfunde schnell und ohne Mühsal reich zu werden. Für die wenigsten erfüllte sich dieser Traum, denn in den Goldgräberstädten waren die Preise aller Waren extrem gestiegen – es herrschte Inflation. Als Zahlungsmittel dienten oftmals reine Goldnuggets oder Goldmünzen aus privaten Münzereien.
Die ersten Goldmünzen wurden bereits zwischen 650 und 600 v. Chr. vom Volk der Lyder geprägt. Eine Münze entsprach dabei einer bestimmten Menge an Gold. So besaß die Goldmark als Zahlungsmittel des deutschen Reiches (1871 bis 1918) je nach Größe und Wert der Münze einen gesetzlich zugesicherten Goldanteil. Das Vertrauen in gedruckte Banknoten bestand in der Zusage, dass sie jederzeit in Goldmünzen umgetauscht werden konnten. So garantierte der 1844 von der Bank of England eingeführte Goldstandard, dass jede herausgegebene Banknote zu einem festen Wechselkurs in Gold eingetauscht werden konnte. Dieses Gold lagerte als Garantie in den Tresoren der Banken, die das Papiergeld druckten.
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Staatliche Goldreserven zur Absicherung
Das Gold, das die Staaten zur Deckung ihrer Währung benötigten, wurde als Goldreserve eingelagert. Um die hohen Ausgaben des ersten Weltkriegs zu finanzieren, waren jedoch viele Länder gezwungen, einen großen Teil ihrer Goldreserven zu verkaufen. Da die Höhe ihrer Goldreserven nun nicht mehr der Höhe der ausgegebenen Banknoten entsprach, musste zu einem System nicht-goldgedeckter Währungen übergegangen werden.
Heute dienen nationale Goldreserven vor allem als Reserve für Krisenzeiten, in denen durch Goldverkäufe Sonderausgaben bestritten werden können. Die Länder mit den größten Goldreserven einschließlich Deutschland haben jedoch vereinbart, dass sie den Goldpreis stabilisieren, indem sie nur nach Absprache Gold verkaufen.
Ende 2008 besaß die Bundesrepublik 3.412 Tonnen Gold im Wert von 68,2 Milliarden Euro, hauptsächlich in Form von gegossenen Barren zu je 12,5 Kilogramm. Das entspricht 71,5 Prozent der gesamten nationalen Devisenreserven.
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Schaubild „Weltweite Goldreserven“

Die Goldreserven bilden gemeinsam mit den Devisenreserven (Reserven ausländischer Währungen) die Währungsreserven eines Landes. Im Unterschied zu Immobilien, Industrieanlagen u. ä. handelt es sich bei den Währungsreserven um schnell verfügbare Vermögenswerte. Auffällige Unterschiede in den Goldreserven der verschiedenen Länder können zum Beispiel durch verschiedene Schwerpunkte in der Währungspolitik oder durch hohe zusätzliche Ausgaben erklärt werden, die Länder in Krisen- und Kriegszeiten bestreiten mussten.
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Wie entsteht der Goldpreis?
Der Goldpreis richtet sich nach der Goldnachfrage und dem Goldangebot auf dem Weltmarkt. An der Börse in London wird der Preis zwei Mal täglich formal fixiert. 47,7 Prozent des nachgefragten Goldes wird in der Schmuckindustrie verarbeitet, 8,9 Prozent benötigen Dentallabore und Industriebetriebe, 34,1 Prozent werden in Barren und Münzen gefertigt und 9,4 Prozent gehen an Gold ETF-Anbieter (siehe unten) und Goldfonds. Das Angebot stammt zu 61,4 Prozent aus der Minenförderung und zu 36,9 Prozent aus wieder eingeschmolzenen, recycelten Gold. 1,6 Prozent werden von institutionellen Anbietern veräußert (alle Prozentangaben für das vierte Quartal 2009, ohne Zentralbankverkäufe, Quelle: World Gold Council).
Der Goldpreis wird von vielen Umständen beeinflusst: Begrenzte und immer schwieriger zu erschließende Goldvorkommen lassen den Goldpreis steigen, doch moderne, effiziente Abbautechniken können einer Preissteigerung entgegenwirken. Der Kurs des US-Dollars kann den Goldpreis steigen oder sinken lassen, weil Gold in dieser Währung gehandelt wird. Da Gold an der Börse gehandelt wird, kann der Goldpreis kurz- und mittelfristig nach oben oder unten ausschlagen. In Krisensituationen kann der Goldpreis steigen, da Anleger dann vermehrt auf Gold setzen, oder auch sinken, wenn Staaten gezwungen sind, einen Teil ihrer Goldreserven zur Sicherung ihrer Zahlungsfähigkeit zu verkaufen.
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Gold an der Börse
Anstatt physisches Gold in Form von Barren oder Münzen zu kaufen, kann man auch in Goldminenaktien, Goldfonds und Gold Exchange Traded Funds (Gold ETFs, engl. für „börsennotierter Fonds“) investieren. Ein Gold ETF ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird. Er bildet den Goldpreisindex passiv ab, das heißt er ist an den Goldkurs gebunden und wird nicht durch einen Fondsmanager aktiv verwaltet. Anleger, die in Gold ETFs investieren, kaufen diese zu einem möglichst niedrigen Preis. Sie spekulieren darauf, dass der Goldpreis steigen wird, damit sie den Gold ETF dann gewinnbringend wieder verkaufen können. Bei steigenden Goldpreisen wie in der jetzigen Finanzkrise versprechen Gold ETFs einen hohen Gewinn, allerdings kann niemand mit Sicherheit voraussagen, wann der Goldpreis wieder sinken wird.
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Anregungen zum Thema
• Betrachten Sie das Schaubild „Offizielle weltweite Goldreserven“. Benennen Sie die Länder mit den größten Goldreserven in Tonnen und diejenigen mit dem größten prozentualem Goldanteil im Verhältnis zu den Gesamtreserven. Überlegen Sie mithilfe der Bildunterschrift, wie die beachtlichen Unterschiede hinsichtlich der Größe der Goldreserven erklärt werden können.
• Erweitern Sie Ihr Wissen mit dem Arbeitsblatt „Gold – sichere Anlage?“.
• Den ausführlichen Spezialbericht der „Erste Bank“ vom Juni 2008 mit Marktanalysen zum Thema Gold können Sie hier herunterladen.
• Mehr Infos über die Geschichte des Goldes als Währungs- und Zahlungsmittel erhalten Sie auf www.planet-wissen.de (Suchbegriff: „Gold“).
• Auf der Homepage des Geldmuseums der Deutschen Bundesbank www.geldmuseum.de erhalten Sie unter den Rubriken „Einblick ins Museum“ / „Das besondere Objekt“ umfangreiche Informationen zur Münzprägung inklusive Bildern von historischen Goldmünzen.
• Auf www.goldseiten.de erfahren Sie unter der Rubrik „Wissen“ mehr über die Eigenschaften, das Vorkommen und die Gewinnung des Edelmetalls Gold.
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