Mein Resümee aus zwölf Jahren Schule

Vor ein paar Wochen flammte aufgrund eines Tweets mal wieder eine Diskussion über den Unterrichtsinhalt an deutschen Schulen auf. Zwölf Jahre Schule neigen sich nun für mich dem Ende zu und rückblickend finde ich ganz und gar nicht, dass diese Zeit mich nur mit Detailwissen über die Lyrik der Spätaufklärung, nicht aber mit Lebensfähigkeit ausgestattet habe. Ganz im Gegenteil- wie die folgende Liste, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, beweist.

Gute Freundschaften sind die halbe Miete, aber keine Selbstverständlichkeit. Deshalb lohnt es sich, nicht gleich das Handtuch zu werfen, wenn man sich mal weniger versteht und Zeit zu investieren, obwohl es so viel anderes zu tun gibt.

Das 80/20 Prinzip: 20 Prozent des Zeitaufwands reichen für 80 Prozent der Ergebnisse. Aber um die restlichen 20 Prozent auszuschöpfen, muss man dafür 80 Prozent des Aufwands betreiben. Und ja, meistens lohnt sich das. Ein gutes Pferd springt nämlich vielleicht nur so hoch wie es muss, ein richtig gutes Pferd springt dafür höher als es irgendjemand von ihm erwartet.

Seinen Mitschülern gegenüber Sensibilität zu zeigen ist eine gute Eigenschaft. Jeder sagt manchmal Sachen, die er im Nachhinein bereut, oft einfach aus Gedankenlosigkeit. Mehrmals nachzudenken, bevor man redet, macht das Miteinander für 35 Stunden pro Woche deutlich angenehmer.

Je mehr man über ein Thema schon weiß, desto leichter merkt man sich neues.

Man kann nicht immer kontrollieren, was passiert, aber man kann entscheiden, wie man damit umgeht.  Manchmal gehen Dinge daneben, obwohl man doch eigentlich alles richtig gemacht hat. In zwölf Jahren Schule hat sich bis jetzt jede Situation dieser Art im Nachhinein als Glücksfall erwiesen (na gut, Ausnahmen habe ich wahrscheinlich einfach vergessen...).

Tanzen macht mehr Spaß, wenn die Musik schlecht ist.

Nutze deine Möglichkeiten. Schulpraktika zum Beispiel- sich frühzeitig um einen guten Platz zu kümmern und die zwei Wochen nicht einfach nur irgendwo abzusitzen bringt einen weiter, als man zunächst vermutet.

Man muss nur ein einfaches Kuchenrezept beherrschen, um immer schnell etwas beisteuern zu können. Klassenfeste, Kuchenverkauf, Geburtstage... passt immer.

Was man sich gar nicht erst angewöhnt, muss man sich später auch nicht mühsam wieder abgewöhnen. Während kleine Laster das Leben sogar schöner machen können, führen Angewohnheiten, die irreversible negative Konsequenzen haben, meistens eher zu Unzufriedenheit.

Das Internet ist zwar eine tolle Sache, nimmt aber unglaublich viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Öfter einfach mal auf Flugmodus schalten- oder zu bestimmten Zeiten komplett darauf verzichten.

Es ist nie zu früh, um zu lernen, wie man mit Geld umgeht. Beim ersten Euro Taschengeld war es noch ziemlich einfach, den Überblick über Ausgaben und Einnahmen zu behalten. Wenn die durch Babysitting, Minijob und spontane Shoppingtouren aber steigen, hilft dabei zum Beispiel die Geld-Check“-App von Hoch im Kurs.

Was sind eure wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Schulzeit? Oder seid ihr anderer Meinung und findet, dass man viel zu wenig aus der Schule mitnimmt?

Eure Luise

Wirtschaft aktuell

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