Inflation – ein Schreckgespenst

Was ist Inflation?

Von Inflation spricht man, wenn sich die Kaufkraft des Geldes verschlechtert. Man bekommt für die gleiche Summe weniger zu kaufen, denn die umlaufende Geldmenge ist viel größer als die Menge an Waren und Dienstleistungen. Dies führt zu steigenden Preisen und das Geld verliert an Wert. Ist der Wertverlust zu groß, nimmt das Vertrauen in die Währung ab. Die Menschen flüchten sich in Sachwerte oder gehen zur Tauschwirtschaft über. Die Folge ist, dass der Wert des Geldes noch weiter sinkt.

Welche Gesichter hat Inflation?

Inflation ist nicht gleich Inflation – sie hat verschiedene Gesichter. Die unterschiedlichen Erscheinungsformen können nach den Kriterien Erkennbarkeit, Ausmaß bzw. Geschwindigkeit und Dauer systematisiert werden. 

Offene Inflation
Das Preisniveau steigt. Preissteigerungen sind für jedermann ersichtlich und treten offen zutage.

Schleichende Inflation
Der Preisanstieg erfolgt allmählich und in geringem Ausmaß – nicht mehr als 5 Prozent pro Jahr. Die Wirtschaft ist nicht bedroht.

Temporäre Inflation
Die Steigerungen des Preisniveaus treten nur für einen kurzen Zeitraum eines Konjunkturzyklus‘ auf.

Verdeckte Inflation
durch Zwangsmaßnahmen wie Lohn- und Preisstopp, Rationierung von Gütern, Produktions-, Kapitalmarkt- und Devisenkontrollen wird versucht, Preissteigerungen zu verhindern. Der Anstieg der Preise ist so nicht erkennbar.

Galoppierende Inflation
Die Preise steigen im Jahr um maximal 30 Prozent. Die Wirtschaftsstabilität ist gefährdet.

Permanente Inflation
Steigerungen des Preisniveaus treten über mehrere Konjunkturzyklen hinweg auf.

Hyperinflation
Es gibt explodierende Preissteigerungen von mehr als 50 Prozent pro Jahr. Der Zusammenbruch der Wirtschaft ist die Folge. Geld als Tauschmittel verliert seinen Wert.  

Wie wichtig ist Preisstabilität?
Jede Inflation ist auch immer eine monetäre Inflation, denn das Geldmengenwachstum ist größer als das Wachstum der Produktion an Gütern. Daher ist die Geldwertstabilität wichtig.

Diese Aufgabe kommt der Europäischen Zentralbank zu. Sie ist dafür verantwortlich, Anzeichen für eine Inflation zu erkennen, zu bekämpfen und so für stabile Preise zu sorgen. In Deutschland wird die Höhe der Inflation, die Inflationsrate, an verschiedenen Preisindizes überwacht und gemessen. Der bekannteste ist der harmonisierte Verbraucherpreisindex. (In einem sogenannten Warenkorb werden 750 Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zusammengefasst und entsprechend ihrer Bedeutung in den Budgets der Haushalte gewichtet. Der Vergleich der Kosten des aktuellen Warenkorbs mit dem des Vorjahres ergibt die Inflationsrate).

Wirtschaft aktuell

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